Philosophie


Die werte von soldera

Gianfranco und Graziella Soldera haben ein Konzept entwickelt, das sich auf zwei wesentliche Überzeugungen stützt:

  • eine hochwertige Erzeugung benötigt ein komplexes Ökosystem, das das ideale Habitat für einen natürlichen Anbau bildet,
  • die Erfahrung der Vergangenheit muss im Vergleich zur Innovation stehen, die sich aus der Forschung ergibt. Die tradierte Kultur, die aus der Intuition entstand und durch bäuerliche Erfahrung weiterentwickelt wurde, muss respektiert aber auch mittels der modernsten experimentellen Technologien rational verstanden und überprüft werden.

So können der Natur und ihrer Gesetze Genüge geleistet werden, damit sie das Maximum an Potentialität zum Ausdruck bringen können, während die Ausbeutung des Bodens und des Anbaugutes vermieden werden.

Was ist ein großer Wein

 

Ein großer Wein zeichnet sich durch Harmonie, Eleganz, Komplexität und Natürlichkeit aus.

Er bedeutet Gleichgewicht und Proportion, Finesse, zahlreiche Duft- und Geschmackseindrücke. Das heißt, gesundes, reifes Traubengut zu verwenden und natürlich zu verarbeiten, ohne Zusatz von chemischen Produkten, Farbstoffen, Konservierungsstoffen oder anderen Substanzen, die in der Traube nicht enthalten sind (Eichenholztannine, etc.).

Ein großer Wein verleiht uns Befriedigung, Wohlgefühl, die Lust, mehr von ihm zu trinken; er provoziert und beflügelt das Zusammensein und die Freundschaft. Er ist unverwechselbar, selten, typisch, langlebig. Man erkennt in ihm sein Mikro-Anbaugebiet, den Weinberg, aus dem er stammt. So ist der Wein des Crus Intistieti zum Beispiel anders als der aus der Lage Case Basse, obwohl sie sehr nahe beieinander liegen.

Ein großer Wein ist nicht austauschbar, denn er besitzt einmalige Eigenschaften, so wie jedes Kunstwerk. Vom Jahrgang 1989 habe ich keine einzige Flasche verkauft, denn ich fand, dass er nicht meinem üblichen Qualitätsniveau entsprach.

Ein großer Wein ist selten und er gehört zur Spitze der Pyramide der circa 20 Milliarden Flaschen, die jährlich weltweit erzeugt werden. Nicht mehr als 50–60.000 schaffen es auf den Gipfel.

Ein großer Wein ist langlebig: er muss sich – zumindest in den ersten zwanzig Jahren – zum Vorteil weiterentwickeln und mit der Zeit unterschiedliche Eindrücke vermitteln. Er ist das einzige genießbare Naturprodukt, das das Leben eines Menschen überdauern kann.

Natürlich erhöhen Werte wie Harmonie, Eleganz, Komplexität, Natürlichkeit, Typizität, Einmaligkeit, Seltenheit den Preis eines Weines deutlich. Im Übrigen besitzt jedes Produkt mit diesen Eigenschaften sehr hohe Kosten.

Schönheit und Güte benötigen Zeit, Erfahrung, bedeutende Investitionen.

Ich erzeuge im Schnitt 15.000 Flaschen pro Jahr. Aber ich reduziere die Anzahl drastisch, wenn der Jahrgang wegen schlechter Wetterbedingungen nicht auf der Höhe ist.

Von 30 Jahrgängen waren 27 exzellent: ein Rekord. Der beste, der historische ist 1979.

Wein bedeutet in jedem Fall immer Subjektivität: dieselbe Flasche kann dem einen 500 Euro und dem anderen nicht einmal 1 Euro wert sein.

Gianfranco Soldera